Der Brockhaus Musik – Komponisten, Interpreten, Werke, Sachbegriffe. Buch und CD-Rom. Schott Mainz 2003
Das traditionsreiche Musiklexikon liegt nun in der zweiten, völlig neu bearbeiteten Auflage samt einer neuen CD-Rom vor. Es enthält über 7000 Stichwörter zu Sachbegriffen, Epochen, Gattungen, Werken, Komponisten und Interpreten sowie 200 Infokästen zu herausragenden Werken und Personen. Zusätzlich geben 100 Sonderbeiträge einen Überblick über die Musikgeschichte. 20 doppelseitige Schwerpunktartikel vertiefen ausgewählte Themen wie „Geschichte der Tonträger“, „Musik als Jugendkultur“ oder „Die Geburt der Oper in Italien“. Auf weiteren 20 Tafeln erhält der Leser einen schnellen Überblick über einzelne Schwerpunkte wie „Barock“, „Beat“ oder „Requiem“. Das ganze Werk umfasst nahezu 900 Seiten und enthält cirka 1000 Fotos, Graphiken, Portraits, Zeichnungen und Notenbeispiele. Auf der CD befinden sich 470 Audiospuren als Ergänzung zu den Stichwörtern.
Soweit zu den nüchternen Daten, die für sich genommen schon sehr beeindruckend sind. Alles in allem wirkt das Werk recht kompakt, aber dennoch nicht erdrückend. Das Buch besticht durch ein ansprechendes Layout, durch abwechslungsreich gestaltete Abbildungen und durch eine übersichtliche Anordnung der Stichwörter. Dadurch gehört es nicht zu den Lexika, die dazu bestimmt sind, im Bücherregal zu verstauben. Man kann es durchaus in die Hände von Schülern empfehlen, zumal auch die neuesten Strömungen der Musik angesprochen werden.
Besonders positiv hat mich die Aktualität mancher Stichwörter angesprochen. Der Berichtszeitraum reicht bis in das Jahr 2003 hinein: Der Tod von Luciano Berio (27.5.2003) und Goffredo Petrassi (2.3.2003) wird beispielsweise ebenso erwähnt wie der des Bassisten der Popgruppe „Bee Gees“, Maurice Gibb im selben Jahr.
Das Buch eignet sich auch gut zur Vorbereitung von Konzert-, Oper- oder Musicalbesuchen. Viele bekannte Werke, die dort immer wieder zu hören und sehen sind, werden kurz beschrieben. Das gleiche gilt für die Orte der Musikaufführung: Das Konzerthaus Berlin findet ebenso gebührend Erwähnung wie das Bayreuther Festspielhaus.
Positiv hervorzuheben ist auch die gelungene Mischung von Beiträgen aus den unterschiedlichen Musikkategorien wie Sinfonie, Musical, Pop, Jazz, Ballett, Oper, Rockmusik, Kammermusik oder Chanson. Auch der Bereich der Musikethnologie kommt mit einer ansprechenden Darstellung nicht zu kurz.
Greifen wir willkürlich eine Seite heraus: Auf Seite 443 finden wir in nicht wertender Einheit Vanessa Mae, Ernst Maezendorfer, Peter Maffay, Nikita Magaloff, G. P. Maggini (ital. Geigenbauer), V.-Ch. Mahillon (belg. Instrumentenbauer)und Gustav Mahler – eine wirklich abwechslungsreiche Palette.
Die zugehörige CD-Rom enthält natürlich das gesamte Material in digitaler Form. Eine einfache aber in der Regel ausreichende Suchmaschine führt schnell zu brauchbaren Resultaten. Leider enthält sie nicht – wie bei anderen Publikationen des Brockhaus-Verlags – Links zu weiterführenden Internetadressen. Das ist in meinen Augen ein deutlicher Schwachpunkt des Werkes, der hoffentlich in einer der nächsten Ausgaben beseitigt wird.
Der einzige Link führt ausgerechnet in die Bestellpalette des Schott-Verlags! Hier wäre die Möglichkeit zum Online-Update eine sinnvolle Ergänzung.
Trotz dieser Einschränkung möchte ich das Buch nicht nur den Kollegen sondern auch meinen Schülern und allen Musikliebhabern empfehlen. Positive äußere Erscheinung, Ausführlichkeit, Verständlichkeit, Genauigkeit und Aktualität sind Kennzeichen dieses Lexikons, welches nicht nur hinsichtlich des günstigen Preises Standards setzt.