Rudolf-Dieter Kraemer: Intervalle – Übungen und Spiele. Arbeitsblätter für Schule und Musikschule. Wißner Augsburg 2005
Ein ganzes Heft nur für das Thema Intervalle? So was schafft man doch in zwei Stunden: ein bisschen Rechnerei, ein bisschen Hörübung. – Das dachte ich jedenfalls, als ich das 64 Seiten starke Heft in die Hand nahm. Schon nach dem ersten Durchblättern wurde mir klar, dass ich bislang ziemlich unüberlegt mit dem Thema umgegangen bin.
In 54 sauber ausgearbeiteten Arbeitsblättern zeigt der Autor, dass das Thema nicht nur zentral für den gesamten Musikunterricht, sondern auch außerdem durchaus spannend sein kann. In seinem Vorwort heißt es:
- Intervalle sind kleine musikalische Bausteine bilden das Grundgerüst für Akkorde und Akkordverbindungen.
- Intervallkenntnisse helfen beim transponieren.
- Sie sind notwendige Voraussetzungen für das Blattsingen.
- Als Kompositionsmittel können sie bei der Analyse hilfreich sein.
- Intervalle können bestimmte Wirkungen hervorrufen und erklären.
- Mit dem Intervall-Training ist es möglich, Musik vom Hören her aufzuschreiben.
- Intervallschulung trägt dazu bei, dass ein Instrument besser gestimmt werden kann.
Als Lernziele gibt der Autor an: Die Schüler sollen
- Intervallbezeichnungen kennen,
- Intervalle erkennen und benennen,
- Intervalle hören,
- Intervalle schreiben,
- Intervalle singen und spielen.
Das ist eine ansehnliche Palette an Begründungsmotiven, sich der Intervallkunde in mehr als nur zwei Stunden zu widmen. Und wer meint, dass es eine trockene, langweilige Sache sei, wird durch den Autor eines besseren belehrt.
Das Heft ist geradezu ein Wunderwerk an Spiel-Ideen. Angefangen von einfachen Kombinations- und Sortierungsübungen, Rätsel-, Domino- und Kartenspielen, „Intervallreisen“, „Intervalle-versenken-Spiel“, Labyrinthe und Memoryspiele reicht die Skala der Schwierigkeitsgrade hin bis zur spielerischen Notenanalyse, Schreib- und Hörübungen, Kompositionscollagen und an bekannten Liedanfängen orientierten Hörhilfen. Nebenbei bemerkt ist diese ideenreiche Spielsammlung geeignet, ohne große Probleme auch auf andere Sachgebiete wie Tonleitern oder Akkorde übertragen zu werden.
Ein gut durchdachtes System von Icons führt den Benutzer übersichtlich durch die Fülle des Materials. Im Anhang finden wir ansprechend gestaltete Arbeitsblätter für den theoretischen Anteil des Stoffs. Die letzten Seiten sind den Lösungen vorbehalten (nicht nur für die Lehreraugen bestimmt, sondern auch für die Selbstschulung).
Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor auch den Weg ebnet für die ergänzende Arbeit im Internet, bietet dies doch nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch interaktive, autodidaktische Trainingsmöglichkeiten.
Alles in allem also ein sehr empfehlenswertes Heft für die Hand die Musik- bzw. Instrumentallehrers an Schulen und Musikschulen.