2.1 Lernausgangslage
Die Lernausgangslage stellt sich so heterogen dar wie bei kaum einem anderen Fach. Das hat seinen Grund u.a. in sehr unterschiedlicher außerschulischer musikalischer Förderung: Musikschulunterricht und privater Instrumentalunterricht fördern und schulen Schüler und Schülerinnen aller Altersstufen auf sehr unterschiedlichen Anforderungsebenen.
Die Lernausgangslage ist im wesentlichen gekennzeichnet durch die folgenden Aspekte
1. soziologischer Aspekt
2. entwicklungspsychologischer Aspekt
3. grundschulpädagogischer Aspekt.
1. Musik ist zu jeder Zeit uneingeschränkt verfügbar. Musik durchzieht nahezu jeden Lebensbereich, jedes Lebensalter. Das Kind hört vom Beginn seines Lebens an Musik oder ist ihr ausgesetzt. Es bildet sich ein unstrukturiertes Hörrepertoire, das direkten positiven oder negativen Einfluß auf psychologische und physiologische Vorgänge im Körper nimmt.
2. Das kindliche Zeitempfinden ist komplex, ist an Bewegung und Tätigkeit gebunden, die gekennzeichnet sind durch ungebundene Aperiodizität. Auch der Klangraum wird als komplexe zeit-räumliche Einheit erfaßt. Erst ab 10 Jahren entwickelt sich das Bewußtsein eines zeit-räumlichen Bezugsystems. Fixierte Tonhöhen werden im frühen Grundschulalter noch nicht absolut in der Beziehung ihrer Intervalle erfaßt, sondern die kindliche Wahrnehmung differenziert zunächst nur verschiedene Grade der Tonhelligkeit, entwickelt sich dann über die Differenzierung der allgemeinen Tonhöhenbewegung (auf/ab) zu relativer Tonhöhengliederung (Schritt/Sprung/Anhalten).
3. Grundschulunterricht macht vom 1. Schuljahr an mit allen Bereichen von Musik vertraut: Singen, Spielen, Bewegen, Tanzen, Improvisieren, Experimentieren und Hören. Ausgewogener Grundschulunterricht verbindet in seinem ganzheitlichen Ansatz praktisches Tun, aktives Rezipieren und altersgemäßes Reflektieren.
Auf dieser Grundlage baut der Musikunterricht der Sekundarstufe I auf.
2.2 Beitrag des Faches zur Grundbildung
2.2.1 Beitrag des Faches zur Auseinandersetzung mit Kernproblemen
Schule stellt sich als ein Ausschnitt von "Leben" dar. So folgt auch der Musikunterricht diesem Gedanken und stellt sich den Kernproblemen unserer Zeit. Dabei muß Musik in ihrer historischen Entwicklung verstanden werden, die auch gesellschaftliche Ausprägungen und Veränderungen widerspiegelt. Ästhetik spielt im Leben der Menschen eine wichtige Rolle. Schülerinnen und Schüler kommen durch ästhetisches Lernen zu einem anderen Umgang mit Problemen. Grundbildung befähigt zur Problembewältigung in unterschiedlichen Lebenszusammenhängen, sie ermöglicht den Umgang mit Problemen und den Zugang zu verschiedenen Lebensbereichen.
Kernproblem 1
Die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens, insbesondere der Frieden, die Menschenrechte und das Zusammenleben in der einen Welt mit unterschiedlichen Kulturen, Gesellschaftsformen, Völkern und Nationen als individuelle und globale Aufgabe.
Musik hat kommunikative Funktion und kann Menschen über Konflikte hinweg zusammenführen. Musikunterricht macht Schülerinnen und Schüler neugierig und offen für Fremdes und führt in der Auseinandersetzung damit zu Verständnis, Akzeptanz, Toleranz und Achtung.
Kernproblem 2
Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, der eigenen Gesundheit und der anderer Menschen.
Musik ist ein lebensnotwendiges Bedürfnis und nimmt direkten Einfluß auf die physiologischen und psychischen Vorgänge im menschlichen Körper. Der Einfluß kann positive und negative Auswirkungen haben. Musikunterricht sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für heilende wie auch zerstörerische Wirkung von Musik.
Kernproblem 3
Die Bedeutung wirtschaftlicher, technischer und sozialer Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Lebensverhältnisse.
Musik durchzieht nahezu alle Lebensbereiche: als "Ware" ist sie ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor; durch technische Mittler ist sie jedem zu jeder Zeit uneingeschränkt verfügbar; für die zunehmende Freizeit vieler Menschen hat sie einen besonderen Stellenwert. Musikunterricht macht einzelne Strukturen der die Schülerinnen und Schüler umgebenden Musik durchschaubar. Er zeigt die Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung auf und weckt kritisches Verhalten zum gedankenlosen Konsum.
Kemproblem 4
Die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern, Jungen und Mädchen in Familie, Beruf und Gesellschaft.
Das patriarchalische System hat in der Geschichte das Musikleben beeinflußt und beeinflußt es noch heute. Das betrifft sowohl den schöpferischen als auch den reproduktiven Aspekt. Dieses ist nicht unbedingt ein rein musikimmanentes Problem, sondern findet seine Parallelen in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Musikunterricht setzt sich die Aufgabe, zu problematisieren, warum es in verschiedenen Bereichen der Musikproduktion und -ausübung Rollenfixierung gibt. Dabei ist insbesondere zu untersuchen, inwieweit sich traditionelle Fixierungen, die bis ins 20. Jahrhundert aufgrund der gesellschaftlichen Rolle der Frau Gültigkeit hatten, auch heute noch eine wesentliche Rolle im Musikleben spielen.
Kernproblem 5
Das Recht aller Menschen zur Gestaltung ihrer politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensverhältnisse, ihre Mitwirkung und Mitverantwortung in allen Lebensbereichen.
Jeder Mensch hat über das individuelle Erlebnis seinen eigenen Zugang zur Musik, die seine schöpferischen Fähigkeiten entwickelt und sein Selbstwertgefühl steigert. Musikunterricht hilft den Schülerinnen und Schülern, eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. Gleichzeitig muß er dem Gestaltungswillen folgen und die Gestaltungsmöglichkeiten fördern. Er eröffnet Möglichkeiten, die (musikalische) Umwelt in Produktion und Reproduktion mitzugestalten, zu durchleuchten und die massenmedialen Zwänge zu erkennen. Musikunterricht vermittelt Kenntnisse darüber, daß zu allen Zeiten in allen Teilen dieser Erde Politiker Musik zu ihren Zwecken benutzen und mißbrauchen. Er zeigt aber auch. daß politische Lieder in Geschichte und Gegenwart ein Ausdruck von Sehnsucht nach Freiheit und Veränderung sind.
2.2.2 Beitrag des Fachs zum Erwerb vom
- Sachkompetenz:
Erkennen von Ordnungsprinzipien Musikalische Form, Rhythmik
Anwendung von Ordnungsprinzipien Notierungsprinzipien, eigene Kompositionen
Sich musikalisch ausdrücken Singen, Musizieren, Tanzen etc.
Differenziertes Hören Gehörbildung, Beschreibung von Höreindrücken
Reflexion und Verbalisierung von Musik Interpretation, Beschreibung subjektiver musikalischer Höreindrücke und emotionalen Empfindens
Umsetzen von Musik in Bewegung und Bild
Reflexion und Bewältigung der heutigen Einbeziehung neuer Medien und mediale Kunstformen
musikalischen Wirklichkeit
Wertung und Beurteilung von Musik intensives Umgehen mit Musik aller Epochen und Stile
- Methodenkompetenz:
Wissensaneignung selbständige Wissenserschließung
Reflexion und Verbalisierung von Musik
Auseinandersetzung mit musikalischen Ausprägungen verschiedener Kulturbereiche
Erforschung der musikalischen Umwelt
Kontaktaufnahme mit musikalischen Institutionen, z.B. Orchester, Chor u.a., Konzertmanagement, Musikschule, Rundfunk, Plattenfirmen u.a.
Produktion Selbständiges Planen, Organisieren und Verantworten von: musikalischen Aufgaben, Konzerten, Klanginstallationen, Plakaten, Wandzeitungen
- Sozialkompetenz, bezogen auf den Einzelnen:
Kritikfähigkeit kritische Auseinandersetzung mit eigener, gemeinsamer und fremder Produktion
Konzentrationsfähigkeit Herausbildung durch aktives Umgehen mit Musik
Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilisierung Training des Gehörsinns und die Bewußtmachung der Wirkungsweise von Musik
Genußfähigkeit Erleben und Steigerung von Erlebnisfähigkeit von Musik
Neugier, Offenheit und Sensibilität Begegnungen mit Ungewohntem in der Musik
Durchhaltefähigkeit Training durch aktives Umgehen mit Musik
Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein Stärkung durch Darstellung und Darbietung von Musik
Entwicklung als Resultat gegenseitiger Achtung
Handlungsfähigkeit Schulung im Umgang mit Instrumenten und in Bewegungsabläufen
- Sozialkompetenz bezogen auf die Gemeinschaft:
Teamfähigkeit Harausbildung bei der gemeinsamen Bewältigung von Arbeitsaufträgen.
Förderung durch gemeinsame musikalische Prozesse
Toleranz Umgang mit fremden musikalischen Ereignissen
Sich in den Dienst einer Sache stellen Aufführungen und Gestaltung des Schullebens durch Musik
Verantwortung in der Klasse für
das Gelingen
2.3 Schulartspezifische Profile
2.3.1 Hauptschule
Musikunterricht wird in den Klassen 5-9 der Hauptschule als verbindliches Unterrichtsfach erteilt. Die gültige Stundentafel weist für die Orientierungsstufe zwei Wochenstunden Musik aus. Für die Klassen 7-9 sind drei Wochenstunden in den Fächern Musik/Kunst/Textiles Werken vorgesehen, wobei eine Stundenaufteilung für die genannten Fächer nach den jeweiligen Gegebenheiten vorzunehmen ist.
Musik wird sowohl von Fachlehrkräften wie auch von den Klassenlehrerinnen und -lehrern erteilt. Wenn letztere das Fach unterrichten, sollten Zusatzausbildung und Fortbildung verbindlich sein. Um Schülerinnen und Schüler für musikalische Phänomene aufzuschließen, müssen die Themen und ihre fächerübergreifende Umsetzung besonders in dieser Schulart schülerorientiert und schülerzentriert sein, ihren lebensweltlichen Erfahrungsbereichen Rechnung tragen und außerschulische Lernorte mit einbeziehen.
2.3.2 Realschule
Musikunterricht wird in den Klassenstufen 7 und 8 der Realschule als verbindliches Unterrichtsfach erteilt. Eine Stundenteilung ist im Rahmen der gültigen Stundentafel nach den jeweiligen Möglichkeiten der Schule vorzunehmen. Es ergeben sich zwei Möglichkeiten der Aufteilung
- einstündiger Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 und 8
- zweistündiger Musikunterricht in beiden Schuljahren der Jahrgangsstufen 7 und 8 im Halbjahreswechsel mit Kunst.
In den Klassenstufen 9 und 10 kann der Schüler/die Schülerin je nach seiner/ihrer Neigung im musisch-ästhetischen Bereich zwischen den Fächern Musik, Kunst und Textiles Werken wählen. Die Realschule vermittelt den Schülern und Schülerinnen eine praxisbezogene Grundbildung. Praktisches Tun soll von theoretischen Überlegungen her bestimmt werden, sowie theoretische Kenntnisse praktisch anzuwenden sind. Außerschulische Institutionen und Lernorte werden in besonderem Maße in den Lern- und Lehrprozeß mit einbezogen.
Die Praktika im 9. Schuljahr, das Angebot der Wahlpflichtkurse sind Besonderheiten der Realschule, Theorie und Praxis zu verbinden. Für den qualifizierten Musikunterricht in der Realschule sind voll ausgebildete Fachlehrer und Fachlehrerinnen notwendig. Der Musikunterricht ist handlungsorientiert angelegt und verfolgt sowohl die affektiven und psychomotorischen als auch die kognitiven Dimensionen des Lernens.
2.3.3 Gymnasium
Der Unterricht wird in jeder Klassenstufe (5-10) zweistündig (mit Ausnahme der Klassenstufe 9: einstündig) von Musiklehrkräften mit großer Fakultas erteilt. Er berücksichtigt gleichgewichtig affektive, kognitive und psychomotorische Dimensionen des Lernens. Dabei schließt die Behandlung jedes Themas grundsätzlich den Erfahrungeinbezug ebenso mit ein wie fachsystematische Aspekte. Diese werden immer dann relevant, wenn sie zum Verstehen von musikalischen Phänomenen dienen oder für die musikalische Kommunikatiopn notwendig sind. Aufgrund der tendenziell höheren Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Schüler sollen die erworbenen zeitlichen Freiräume (s.u. Verbindlichkeit von zwei Themen pro Halbjahr) dazu genutzt werden,
a. die fachsystematische Struktur in Form von Lehrgängen zu festigen,
b. zu einer zusätzlichen Vertiefung der thematischen Arbeit zu gelangen,
c. das fächerübergreifende Arbeiten in breitem Umfang zu nutzen.
2.4 Themen
Die Themen stehen in engem Zusammenhang mit den Kernproblemen. Sie sind prozeßhaft und problemorientiert und ermöglichen in ihrer Anlage fächerübergreifendes Arbeiten zur Erlangung vernetzten Wissens. Dem Fach Musik kommt in diesem curricularen Umfeld eine besondere Bedeutung zu. Die Themen sind verbindlich, die Inhalte variabel zu handhaben. Sie sind ergänzungsfähig, je nach den konkreten Möglichkeiten vor Ort. Der Lehrplan geht davon aus, daß mindestens zwei Themen pro Schulhalbjahr in allen Schularten behandelt werden. Das sind die Mindestanforderungen, um die Grundbildung des Faches sicherzustellen.
Klassen 5 - 6 Musik in meiner Welt
Musik begleitet den Menschen heute in allen Lebensbereichen. Die eigene musikalische Umwelt ins Bewußtsein zu rücken, ist ein erster Schritt zur Differenzierung der Wahrnehmung. Darüber hinaus kann die Reflexion über den persönlichen Umgang mit Musik helfen, sich im neuen Klassenverband besser kennenzulernen. Entfaltung von Wahrnehmungsfähigkeit und Entwicklung von Kommunikationsfähigkeit stehen bei diesem Thema im Vordergrund. Damit wird Kernproblem 1 (Grundwerte menschlichen Zusammenlebens) angesprochen.
- Wir lernen uns kennen: Lieder zum Kennenlernen und gegenseitigen Verstehen
- Musik in der Schule: Wir führen ein Klassenkonzert durch
- Wir besuchen die Probe des Schulorchesters, des Schulchors, der Schulband
- Musik in unserer Gemeinde: Wir helfen, einen Kindergottesdienst zu gestalten
- Musik in der Fußgängerzone: Wir interviewen einen Straßenmusiker
- Musik im Stadtteil: Wir laden den Spielmannszug zu einer Probe in unsere Schule ein
- Musik zu Hause: Wir untersuchen das Hörverhalten: Wer hört oder macht wie lange wobei welche Musik?
- Musik im Konzert: Wir bereiten uns auf einen gemeinsamen Besuch eines Kinderkonzerts vor.
- Orchestermusiker kommen zu uns und demonstrieren ihre Instrumente
- Musik in den Medien: Wir untersuchen, wo welche Musik aus der "Konserve" erklingt (Radio, Fernsehen, Supermarkt u.a.)
5 - 6 Musik und Fest
Ein Fest ist ein aus dem Alltag hervorgehobenes Ereignis der Gemeinschaft. Es bietet Möglichkeiten der Besinnung und ist Ausdruck von Freude bzw. Trauer. Es führt Menschen unterschiedlicher Charaktere, Religionen und Kulturen zu einem gemeinsamen Erleben zusammen. Insofern bezieht sich diese Unterrichtseinheit vor allem auf das Kernproblem 5 (Gestaltung der eigenen Lebensverhältnisse). Der Erwerb von Kompetenzen wie Genußfähigkeit, Teamfähigkeit und Toleranz stehen im Vordergrund.
- Wir organisieren ein Klassenfest und bereiten musikalische Beiträge vor
- Wir gestalten ein Fest im Kirchenjahr - Erntedankfest, Reformationstag, Weihnachtsabend
- Wir nehmen Kontakt zu einer benachbarten Schule auf und feiern gemeinsam ein südamerikanisches Karnevalsfest
5 - 6 Musik und Spiel
Im selbst gestalteten Spiel verschmelzen subjektive Phantasie und objektive Gesetzmäßigkeiten. Spiel kann befreien, weil es hilft, unsere Lebensnormen nicht für unabänderliche Realitäten zu halten. Im Spiel erfahren wir probehandelnd die Welt. Dies hilft uns bei der Bewältigung der Kernprobleme 1 und 3 (friedliches Zusammenleben; Verarbeitung von Strukturwandel). Dabei geht es um den Erwerb sämtlicher Kompetenzen, die oben aufgeführt sind.
- Kennenlernspiele: Wir lernen einander durch Musik kennen - Reaktionsspiel mit Instrumentenbezeichnungen; Namen-Rhythmen
- Interaktionsspiele: Wir bewegen uns zur Musik - Lebender Spiegel; Formen im Raum bilden; musikalische Marionetten
- Konzentrationsspiele: Wir üben unser musikalisches Gedächtnis - Lieder fortsetzen;
- rhythmisches Telefonieren
- Improvisationsspiele: Wir hören aufeinander - Echo in den Bergen; Spiel mit Gefühlen
- Sprichwörter darstellen
- Notenspiele: Wir nutzen unsere ersten musikalischen Fachkenntnisse - Noten-Geheimsprache
- musikalisches Kreuzworträtsel - Szenisches Spiel: Musik begleitet Bilder oder Charaktere - Schattenspiel mit musikalischer Untermalung; szenische Gestaltung von Liedern
5 - 6 Zeiterfahrungen mit der Musik
Erlebte Zeit gehört zu den Grunderfahrungen des Menschen, weil sie eigene Endlichlichkeit, Unumkehrbares, Einholbares und Veränderbares erfahren läßt. Musik ist ein zentrales Medium, durch das diese Erfahrung ästhetisch gestaltet werden kann. In diesem Zusammenhang wird vor allem Kernproblem 5 angesprochen (Partizipation). In enger Verbindung von Wissensaneignung sollen Wahrnehmungsfähigkeit und Gestaltungsfähigkeit trainiert werden.
- Physikalische und erlebte Zeit: Welche Musik "dauert" länger?
- Wir erleben 1 Minute Stille - wir erleben 1 Minute Geräusch - wir erleben 1 Minute Musik
- Wir beleben die Zeit: Metrum, Takt, Rhythmus
- Wir hören und deuten komponierte Zeiterfahrung; z.B.: R. Strauss: äZarathustra" (Anfang)
- Werden und Vergehen; z.B. Pink Floyd: Ummagumma; Weber: Freischütz-Walzer (Schluß); Haydn: Abschiedssinfonie (Schluß)
- Pausen und Stillstand; z.B. Mendelssohn 4. Sinfonie, 2. Satz
5 - 6 Das Lied im Leben der Menschen
Lieder sind seit jeher Kristallisationspunkte menschlicher Erfahrungen. In ihnen spiegeln sich die in allen fünf Kernproblemen artikulierten Herausforderungen wider. Der Umgang mit dem Lied bietet sich in dieser Altersstufe insofern besonders an, als sich durch die Textinterpretation konkrete Bezüge zur Lebenswelt des Schülers herstellen lassen. Probleme der Liedform sollen hier eine untergeordnete Rolle spielen. Vor allem geht es darum, Kritikfähigkeit, Sensibilität und Toleranz zu üben.
- Deine Stimme als Instrument
- Klangspiele mit der Stimme; vokale Vertonung von Gedichten; Sprechfugen Jandl, Schwitters
- Wo gesungen wird laß dich ruhig nieder: kommunikative und erzählende Lieder; z.B.: Moritat von Mackie Messer
- Lieder zur Arbeit und zum Trost; Shanties, Lieder der Sklaven
- Lachend gegen den Rest der Welt: Scherzlieder; z.B. "Unlängst schrieb ich eine Oper" - Wir komponieren selber einen Klassensong
5 - 6 Klänge als Farben
In dieser Altersstufe wird Musik vor allem als Klang, weniger als Form wahrgenommen. Hier gilt es, die Phantasie bei dem Experimentieren mit Klängen zu entfalten und gleichzeitig die sprachliche Umsetzung von Empfindungen differenziert zu üben. Damit leistet diese Unterrichtseinheit einen Beitrag zum Erwerb von Sach- und Sozialkompetenzen.
- Wir entdecken Klangfarben und beschreiben ihre Wirkung: Klangfarben von Musikinstrumenten; Wirkungsadjektive
- Wir bauen uns unsere Instrumente selber
- Die Schulband bei der Probe belauscht
5 - 6 Musik erzählt, malt und tanzt
Musik kann Zusammenhänge zwischen verschiedenen ästhetischen Bereichen stiften. Dadurch trägt sie zu einer ganzheitlich orientierten ästhetischen Erziehung bei. In dieser Unterrichtseinheit geht es vor allem um eine Verknüpfung von Klangerfahrungen mit der Frage nach dem Sinn. Die Schüler sollen sich in der Umsetzung von Musik in Bild und Bewegung üben.
- Wir vertonen eine Bildergeschichte
- Musik spiegelt Charaktere, Stimmungen wider; z.B. Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung
- Musik erzählt Geschichten; z.B. R. Strauss: Till Eulenspiegel; Alan Parsons: House of Usher; Pyramid
- Musik und Malerei: Wir malen zur Musik - wir musizieren zu Bildern
- Wir setzen Musik in Tanz und Pantomime um
- Musiktheater: Wir studieren eine Musicalszene ein; z.B. "Das gelbe Unterseeboot" - Wir besuchen eine Theaterprobe oder die Probe einer Schultheater-AG 5 - 6 Musikalische Formen als Spiegel menschlicher Kommunikation
5 - 6 Musik und Form
Musikalische Formen wollen Ordnungen in das Zeitereignis Musik bringen und sorgen somit für eine Nachvollziehbarkeit für den Hörer. Formale Gliederung hilft einerseits dem Hörer, sich zurechtzufinden. Andererseits ermöglicht sie eine sinnvoll gebundene Entfaltung von Individualität. In dieser Unterrichtseinheit geht es weniger um Form als Prozeß, sondern um Form als Gliederungsprinzip. Außerdem ist zu beachten, daß musikalische Formen gelegentlich mit gesellschaftlichen Formen des Zusammenlebens korrespondieren. Von daher ist vorrangig das Kernproblem 1 (friedliches Zusammenleben) angesprochen. Sie soll sowohl zum Erwerb fachlicher (differenziertes Hören, Wissenserwerb) als auch sozialer Kompetenzen (Teamfähigkeit, Toleranz) beitragen.
- Motiv, Periode, Melodie - Wort, Halbsatz, Satz: Grundelemente der Kommunikation
- Wir vergleichen Musik mit Sprache
- Gliederung als Belebung: Wir vergleichen Musik und Architektur ; z. B. Bach: 2. Brandenb. Konzert, 1. Satz
- Über die Kunst, Schluß zu machen: Die Kadenz
- Antiphonales und Responsorisches - Call and Response; Gospels
- Liedform: Das Holstentor und die ABA-Form; z.B. Beatles: Yesterday
- Rondo: Ein musikalischer Rundbau; z.B. Bach: Violinkonzert E-Dur, 3. Satz
- Das Wechselspiel von Individuum und Gemeinschaft; z.B. Beethoven: 3. Klavierkonz., 3. Satz
- Metamorphosen: Wandeln und Verwandeln - was ein kleiner Unterschied auslösen kann; z.B. Ligeti: Continuum
- Variation: Bekanntes - Unbekanntes. Ein musikalisches Verkleidungsspiel; z.B. Mozart: Ah vous direz je
5 - 6 Musik bewußt wahrnehmen
Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der Musik in allen Lebensbereichen unser ungeschütztes Ohr trifft. Dies kann leicht zum Verlust ästhetischer Sensibilität führen. Massenweise konsumierte Musik kann psychologische Schäden nach sich ziehen, ähnlich wie es beim sorglosen Umgang mit der biologischen Umwelt der Fall ist. Musikunterricht kann dazu beitragen, ein Grundverständnis von musikalischer Ökologie herzustellen, indem er zum bewußten Hören auffordert. Damit ist eine fachliche Modifizierung des Kernproblems 2 (natürliche Lebensgrundlagen) angesprochen. Differenziertes Hören, Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität sollen geschult werden.
- Geräusch und Stille: Wir hören Herzklopfen
- Musikalische Ökologie: Wieviel und welche Musik braucht der Mensch am Tag?
- Strukturierendes Hören: Musik ist mehr als akustische Berieselung.
- Intervalle, Rhythmen, Klänge
5 - 6 Rollen in der Schule
Rollenzuordnungen können helfen, das menschliche Miteinander zu regeln. Ihre nicht hinterfragte Festschreibung kann jedoch schnell als Machtmittel einer Gruppe gegenüber einer anderen mißbraucht werden. Dieses Phänomen tritt nicht nur beim Umgang der Geschlechter miteinander auf, sondern auch in Familie, Beruf und Schule. Letztlich zeigt sich die Qualität einer Demokratie darin, inwiefern gesellschaftliche Unterschiede nicht in fixierten Rollen erstarrt sind. Von daher versteht sich diese Unterrichtseinheit als eine erweiterte Orientierung am Kernproblem 4 (Gleichstellung).
- Erfahrungen von Schule im Lied: Schluß mit der Pauke! z.B. Extrabreit: Hurra die Schule brennt!, R. Mey: "Zeugnistag", N. Karagiannidis: "Tageslauf"
- Szenische Interpretation einer Schulszene: Wir spielen "Schule"; z.B. Telemann: Schulmeisterkantate
- Mädchen-Jungen-Konflikte: Wer sagt, daß Mädchen dümmer sind? z.B. Lieder des Grips-Theaters
- Männer – Weibsbilder; z.B. H. Grönemeyer, Pe Werner
7 - 8 Das Eigene - das Fremde
Das Fremde kann einerseits bedrohend wirken, andererseits die eigene Lebenswelt nachhaltig bereichern. Jede Auseinandersetzung mit dem Fremden ist eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person, wenn es darum geht, das Fremde in seiner eigenen Würde anzunehmen. In der Musik als "internationale Sprache" wird das Fremde in vielfältiger, gebrochener Form reflektiert. Musikunterricht kann also einen wichtigen Beitrag zum Erwerb von Toleranz, Neugier, Offenheit und Sensibilität beisteuern. Die Kernprobleme 1 (Grundwerte menschlichen Zusammenlebens) wie 5 (Partizipation) werden gleichermaßen angesprochen.
- Anders erscheinen - ähnliches wollen: Wir vergleichen Flußdarstellungen verschiedener Kulturbereiche; z.B. "Moldau" - "Der strömende Fluß" (China)
- Außereuropäische Musikinstrumente selbstgebaut
- Fremde Kulturgemeinschaften: Wir beteiligen uns am Stadtteilfest; Geschichte türkischer Musik - Assimilierungen des Fremden in Blues, Jazz, Pop
- Ausländerfeindlichkeit als Liedsujet; z.B. U. Lindenberg: "Ali"
- Alltag, Religion und Musik in fremden Kulturen
7 - 8 Musik der Unterdrückten
In dieser Altersstufe entwickeln Schüler nicht selten eine deutliche Sensibilität gegenüber Ungerechtigkeit. Diesen zunächst spontanen Protest gilt es, im Unterricht auf eine reflektive Ebene zu bringen. Die daraus erwachsenen Erkenntnisse und Reaktionsweisen müssen auf die eigene Lebenswelt übertragen werden. Damit wird ein Beitrag zur Erziehung zur Demokratie geleistet (Kernproblem 5 - Partizipation). Schüler lernen, sich in den Dienst einer Sache zu stellen und Kritikfähigkeit mit Selbstvertrauen zu verbinden.
- Innere Befreiung und Trost im Gesang Unterdrückter; Blues, Spirituals
- Die "Entdeckung" Amerikas: Kulturen werden zerstört, unterdrückt, transformiert
- "Wir haben die Schnauze voll!": Kampflieder, politische Lieder
- "Die Räder drehen sich" - Musik von Minderheiten: jüdische Lieder; z.B. "Dem milners trern"; Lieder aus "Anatevka"
7 - 8 Musik und Werbung
Jugendliche sind für viele Konsumzweige ein zentraler Ansprechpartner. Dabei spielt Werbung die Rolle einer gelenkten, aber unbewußt rezipierten Fremdsteuerung. Musik kann die Wirkung dieser "geheimen Verführung" erheblich verstärken. Der Unterricht erhält hier die Aufgabe, Absichten und Wirkungsweisen von Werbemusik ins Bewußtsein zu rücken und die Marktmechanismen durch "Probehandeln" durchschaubar zu machen. Damit orientiert er sich direkt am Kernproblem 5 (Partizipation). Ein wesentlicher Teil der heutigen musikalischen Wirklichkeit soll reflektiert, die Schüler zu Kritikfähigkeit und Handlungsfähigkeit angeregt werden.
- Das gekaufte Glück: Funktionen, Merkmale und Wirkungen von Werbespots
- Wir erstellen einen eigenen Videospot
- Wir bieten unseren Spot einer Werbefirma an
7 - 8 Lebenswelt Bühne: Das Musical (1)
Die Theaterbühne ist ein
Spiegel unseres Lebens. In vielen neueren Musicals spiegelt sich die
Lebenswelt der Jugendlichen
in mannigfaltiger Weise wider. Die Probleme der Jugendlichen werden
mit Mitteln der von ihnen verstandenen
musikalischen Sprache auf die Bühne gebracht. Dem
Musikunterricht kann diese Form
des Musiktheaters insofern entgegenkommen, als sie die einzige
ist, bei der sich eine Szene
ganzheitlich von Laien darstellen läßt. Das Erlangen von
Kompetenzen wie Selbstvertrauen,
Selbstbewußtsein und Handlungsfähigkeit stehen im Vordergrund.
- "Du bist schön auch wenn du weinst" - szenische Interpretation einer Musicalszene aus äLinie 1"
- Vergleich themengleicher Szenen: Der Traum vom Glück; z.B. aus Les Miserables: Castle on the cloud – aus Anatevka: Wenn ich einmal reich wär'
- Wir schauen hinter den Vorhang: Regie, Bühnentechnik, Masken, Schminke
- Wir choreographieren eine Tanzszene; z.B. West Side Story: "Cool"
- Wir bereiten uns auf den Besuch eines Musicals vor
- Der Schultheater-AG bei der Probe zugeschaut
7 - 8 Ein Rock-Stück entsteht
Rock- und Popmusik sind die wesentlichen Träger musikalischer Enkulturisation Jugendlicher. Sie helfen, Lebensfreude zu artikulieren und sich von der Welt der Erwachsenen abzusetzen. Aus diesen Gründen kann der Musikraum nicht zur "Ersatz-Disco" umfunktioniert werden. Unter keinen Umständen sollte der Unterricht dazu mißbraucht werden, durch eine fragwürdige Anwendung von Wertskalen Hörgewohnheiten zu diffamieren. Vielmehr geht es darum, zu einer selbstbestimmten, eigenen musikalischen Betätigung anzuregen. In diesem Sinne ist eine Orientierung am Kernproblem 5 (Partizipation) zu verstehen. Selbstvertrauen, Toleranz, Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit werden geübt.
- Was heißt hier "geil"? - Stilmerkmale von Rockmusik
- Die Schulband bei der Probe belauscht
- Die Ausrüstung einer Band: Instrumente, PA, Lichtanlage
- Bei den Profis: Wir besuchen ein Tonstudio
- Wir können unseren eigenen Rap komponieren!
7 - 8 Geschmack haben und urteilen können
In dieser Altersstufe findet ein deutlicher Wandel des musikalischer Geschmacks statt. Alte, noch von den Eltern geförderte Hörgewohnheiten werden zugunsten neuer, den Anschluß an die eigene Gruppe suchende, aufgegeben. Musikunterricht kann diesen Prozeß weder aufhalten, noch umkehren. Er sollte aber dem Schüler helfen, sich über seine eigene Musikerfahrung klar zu werden. In diesem Zusammenhang geht es einerseits darum, die Verbalisierung von Höreindrücken zu differenzieren. Andererseits sollte die ausgeprägte Intersubjektivität der Höreinstellungen deutlich werden. Damit trägt der Unterricht zur Entfaltung von Partizipation (Kernproblem 5) bei.
- Über Geschmack läßt sich streiten - Geschmacksprofile der eigenen Gruppe
- Wir befragen andere nach ihrem Musikgeschmack: Fragebogenaktionen in anderen Klassen, im Lehrerzimmer, im Bus usw.
- Wer hört gerne was? Auswertung empirischer Untersuchungen durch Polaritätsprofile
- Wo wird was angeboten? Wir schauen uns Schaufensterauslagen, Hitlisten usw. an
- Es gibt noch mehr zu sagen, als "geil"! Wir erarbeiten ein Polaritätsprofil mit eigenen Adjektiven
- Wir schreiben eine CD-Besprechung für die Schülerzeitung
7 - 8 Die eigene Musikzeitschrift
Musikleben beinhaltet stets auch den Aspekt der Öffentlichkeit. Dieses findet seinen journalistischen Niederschlag in Zeitschriften, welche unterschiedlich mit den Mitteln der Information, der Manipulation und der Werbung umgehen. Partizipation kann u.a. bedeuten, außermusikalisches, wie den Umgang mit Gedrucktem, in die Schule zu tragen. Dadurch wird versucht, die Jahrhunderte alte künstliche Trennung zwischen Schule und Leben aufzuheben. Diese Unterrichtseinheit gibt dem Schüler Gelegenheit, probehandelnd seine Lebenswelt selbstbestimmt zu gestalten. Wissensaneignung, selbständiges Planen und Kommunikationsfähigkeit werden ausgebildet.
- Wir untersuchen Aufbau, Gestaltung und Funktionsweise einer professionellen Musikzeitschrift
- Wir besuchen eine Zeitungsredaktion und lassen uns Hilfestellungen für das eigene Arbeiten geben
- Wir interviewen einen Zeitungsmanager über das Verhältnis von Inhalt und Zielgruppe, über marktwirtschaftliche Bedingungen usw.
- Wir planen, gestalten, produzieren und vertreiben eine eigene Musikzeitschrift
7 - 8 Musik bedeutet (mir) etwas
Ein großer Teil von Musik kann unter anthropologischen Fragestellungen verstanden werden. In dieser Altersstufe stellen Jugendliche deutlich die Sinnfrage an die Musik. Musikunterricht kann hierbei helfen, wobei es wichtig ist, zu vermitteln, daß individuelle Hörerfahrungen nichts mit den Kategorien "richtig" oder "falsch" zu tun haben. Im Sinne von Kernproblem 5 (Partizipation) trägt Musikunterricht zur Entwicklung des eigenen Selbstverständnis bei. Sachkompetenzen wie Ausdrucksfähigkeit und Reflexion werden gleichermaßen geschult wie Kritikfähigkeit und Toleranz.
- Musik ist mehr als Klang: Programmusik in Klassik und Pop; z.B. Honegger: Pacific 231, A. Parsons: Tales of mystery
- Masken: Wir vergleichen themengleiche, konträre Musikstile; z.B. M. Reim: Maskenball - Phantom der Oper: Maskerade
- Bilder können ähnliches wie Musik ausdrücken
- Was hat ein Videoclip mit Musik zu tun?
7 - 8 Humor - Witz - Spott in der Musik
Humor und Spott helfen, sich über Grenzen hinwegzusetzen und ein höheres Selbstwertgefühl zu erlangen. Im positiv gemeinten Sinne der Narrenfreiheit kann Kritik ausgesprochen werden, ohne den Anderen zu verletzen. Damit wird im weitesten Sinne ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben (Kernproblem 1) geleistet. Selbstvertrauen, Genußfähigkeit und Toleranz können geübt werden.
- Die Welt ist ein Narrenhaus: Nonsens- und Blödellieder
- Man gut, daß es nicht mich betrifft! - Spott mit Musik
- "Quietsch, zack, peng" mit Musik: Wir vertonen ein Comic
7 - 8 Wir lernen Gitarre
Der Umgang mit der Gitarre spielt für den Musikunterricht in mehrfacher Hinsicht eine Rolle. Sie ist ein ausgesprochen kommunikatives Instrument, das sich in seinen Grundtechniken relativ leicht beherrschen läßt. An Hand der Gitarre lassen sich eine Reihe von Spielweisen und Klangeffekte demonstrieren, die man täglich im Radio hören kann. Sie wurde regelrecht zum Statussymbol der musizierenden Jugend. Der Musikunterricht kann dazu anregen, sich diesem Instrument zu nähern, um es zum eigenen Musizieren einzusetzen. In dieser Unterrichtseinheit soll fachliches Wissen, Durchhaltefähigkeit und Konzentrationsfähigkeit gefördert werden.
- Wir lernen Aufbau, Tonerzeugung und Stimmung der Gitarre kennen
- Die Gitarre hilft uns bei der Liedbegleitung: Skalen und Harmonien - Effektvolle Klänge: Oft gehört - endlich können wir sie selber machen! Verstärker und Effektgeräte
- Vom "Slappen" und "Hammering": Spielweisen des E-Bass
7 - 8 Musik heißt auch: Zeit gestalten
Diese Unterrichtseinheit knüpft an die der Orientierungsstufe an. Ziel ist es, zu einer genußvollen Gestaltung von Zeit beizutragen. Aber auch die Reflexion komponierter Zeiterfahrungen soll angestrebt werden. Damit kann der Übergang zur nächsten Unterrichtseinheit geschaffen werden: Geschichte als Zeiterfahrung.
- Ein abgesteckter Zeitrahmen gibt uns Gelegenheit zum freien Phantasieren: Meditation und Improvisation
- Zeit verändert: Sonatenhauptsatzform als Kampf der Gegensätze
- Zeit und Zufall: Aleatorik mit Würfel und Computer; z.B. Mozart: Musikalisches Würfelspiel
- "Time" in der Popmusik; z.B. Pink Floyd: Time- Es wird Zeit zu gehen - Wie Musik sich verabschiedet.
7 - 8 Spuren entdecken: Erlebte Musikgeschichte
Der Umgang mit Geschichte ist ein Versuch, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Es geht also darum, in der Vergangenheit nach Spuren zu suchen, die den zukünftigen Weg weisen können. Die unterrichtliche Auseinandersetzung mit Vergangenem soll dem Schüler helfen, sich seiner eigenen Zeitlichkeit bewußt zu werden.
- Ich mache meine musikalische Vergangenheit dingfest: Zur Bedeutung von Biographien
Auf den Spuren von Musikern unserer Stadt; z.B. Bach in Lübeck
- Legende und Wirklichkeit im Musikerfilm; z.B. Amadeus; Elvis-Film
- Aus dem Alltag des Kantors J. S. Bach - Musiker und ihre Zeit
7 - 8 Liedermacher
Liedermacher sind nicht selten empfindliche Seismographen der Gesellschaft. Sie klagen Mißstände mit den "sanften" Mitteln der Musik an, rufen zu aktivem Widerstand auf und lassen den Traum von besseren Zuständen musikalisch wahr werden. Ihre Lieder können uns helfen, Wahrheiten hinter der Wirklichkeit zu entdecken. Sie regen uns an, die Gestaltung unserer Lebensverhältnisse in die eigenen Hände zu nehmen. Damit wird das Kernproblem 5 (Partizipation) angesprochen. Musikunterricht kann in dieser Hinsicht einen Beitrag zum Erwerb von Kompetenzen wie Kritikfähigkeit, Selbstbewußtsein und Toleranz leisten.
- Vergleich themengleicher Lieder: Der Traum von einer besseren Welt; z.B. H. Wader: Traum vom Frieden - J. Lennon: Imagine
- Liedermacher - Liedfunktionen: Lieder können bewegen
- Wir machen einen eigenen Klassensong
7 - 8 Original und Bearbeitung
Die Begegnung mit dem Original wird in unserer massenmedial vermittelten Lebenswelt immer seltener. Unterricht kann diesen Zustand weder beklagen noch verändern. Er sollte jedoch helfen, Sensibilität für Umgestaltungen zu fördern und dabei die damit verbundenen Werturteile zu reflektieren. Ähnliches gilt für die Auseinandersetzung mit veränderten gesellschaftlichen Strukturen (Kernproblem 3 - Strukturwandel). Für den Musikunterricht bedeutet dies, differenziertes Hören und Kritikfähigkeit zu sensibilisieren.
- Vergleichende Analyse und Interpretation: Ein Lied in drei Gewändern; z.B. Rolling Stones/Blood Sweat & Tears/U. Lindenberg: "Sympathy for the devil"
- Gleiche Strukturen - unterschiedliche Klänge; z.B. Mussorgsky/Ravel/Tomita: Bilder einer Ausstellung
- Wir schaffen eine eigene Bearbeitung mittels technischer Medien
7 - 8 Musik als Ausdruck des Glaubens
In der Zeit des Umbruchs vom Kind zum Jugendlichen und von der familiären Bindung zur Orientierung auf die Gruppe ändert sich auch das Verhältnis zu Glaubensfragen. Nach der naiven Hinwendung zu religiösen Fragen treten jetzt verstärkt kritisch-intellektuelle Momente auf. Diese können sich bis zu ausgesprochenen Glaubenskrisen entwickeln, bei denen die Empfänglichkeit für sektiererische Verführungen groß ist. Die Kirche reagiert auf diesen Entwicklungsprozess, indem sie versucht, den Jugendlichen mit Hilfe des Konfirmandenunterrichts "mündig" werden zu lassen. Schule hat ihrerseits den Auftrag, zu Mündigkeit in Glaubensfragen zu erziehen. Der Musikunterricht kann sich dieser Forderung nicht entziehen, insofern religiöse Handlungen eng mit musikalischen verknüpft sind. In diesem Zusammenhang sind die Kernprobleme 1 (friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Religionen) und 5 (Recht auf Gestaltung der individuellen kulturellen Lebensverhältnisse) angesprochen. Neben Wissensaneignung stehen v.a. Sozialkompetenzen wie Kritikfähigkeit, Offenheit und Sensibilität, Selbstvertrauen und Toleranz im Vordergrund.
- War Jesus ein Schwarzer? - Weihnachtsfest in fremden Ländern
- Die Wiege unseres Glaubens: Jüdische und arabische Religionen und deren Musik
- Freiheit für alle Glaubensrichtungen? - Spiritismus und Sekten Geschichte
- Wir gestalten eine Morgenandacht
- Das (neue) Evangelische Gesangsbuch: Stilvielfalt im geistlichen Liedschaffen
7 - 8 Rollen in der Gesellschaft: Die Rolle der Frau in der Musik
Diese Unterrichtseinheit versteht sich als Fortsetzung der entsprechenden in der Orientierungsstufe.
- Die komponierende Frau; z.B. Clara Schumann
- Die musizierende Frau
- Geschlechterrollen in Tanz und Musiktheater; z.B. Mozart: Cosi fan tutte
7 - 8 Musik und Bild
Musik tritt in vielen Lebensbereichen eng in Verbindung mit visuellen Reizen auf. Diese können das Erleben von Musik vertiefen, sie werden aber auch gezielt als konsumsteigernde Mittel von der Musikindustrie eingesetzt. Dieses Thema spielt insofern eine bedeutende Rolle, als an vielen Schulen eine der beiden Fächer Musik oder Kunst aus der Stundentafel gestrichen werden. Deswegen sollte es unbedingt zu einer Zusammenarbeit beider Fächer kommen. Dabei geht es v.a. um das Umsetzen von Musik in Bild, um die Reflexion und Bewältigung der heutigen musikalischen Wirklichkeit, sowie um Kritikfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit und Genußfähigkeit.
- Wer kauft schon gerne die Katze im Sack? - Hülle und Inhalt bei CDs
- Wir gestalten eine eigene Hülle
- Wir setzen Musik in Bilder um
- Wir improvisieren zu einem Bild
- Wir vertonen ein Comic; z.B. C. Berberien: "Stripsody"
9 - 10 Blick hinter den Vorhang
Die folgenden Unterrichtseinheiten bauen darauf auf, daß Jugendliche dieser Altersstufe das Bedürfnis haben, "hinter den Vorhang" zu schauen. Sie wollen wissen, wie etwas gemacht wird. Sie wehren sich zunehmend gegen Fremdbestimmung. Musikunterricht kann hier helfen, Strukturen, die sie umgeben, durchschaubar zu machen. Damit orientiert er sich an Kernproblem 5 (Recht auf Gestaltung der eigenen Lebensverhältnisse). Hier geht es v.a. um Wissensaneignung und um Kritikfähigkeit. Fächerübergreifendes Arbeiten bietet sich mit den Fächern Deutsch, Kunst und Physik an.
- Die Instrumente der Rockmusik: Drums, Drumcomputer, Keyboards, E-Gitarre; Verstärker und Effektgeräte
- Möglichkeiten und Grenzen des Computers: Sequenzer- und Notationsprogramme
- Wir programmieren unsere eigene Homepage über uns, unsere Musik und unsere Idole
- Wir untersuchen die Struktur eines Rockmusikstücks und schreiben einen eigenen Song
- "Das habt ihr doch nicht selbst gespielt!"
- Wir machen eine Demo-Cassette
- Wir besuchen ein Tonstudio
- Mehrspurtechnik, Effektgeräte
- Wir schauen hinter den Vorhang: Besuch eines Theaterhauses
- Wir interviewen die Jugenddramaturgin: Funktionen und Ziele des Musiktheaters, Theaterberufe, Musikmanagement
- Wir besuchen die Schultheater-Gruppe bei der Probe. Wir helfen dem Unterstufenchor bei der Inszenierung
- Die Schulband bereitet einen Live-Auftritt vor
9 - 10 Musik und Marktv
- Wir analysieren eine professionelle Zeitschrift für die Musikbranche; z.B. "Der Musikmarkt", "Fachblatt", "Keyboards"
- Wie wird eine CD hergestellt und vertrieben?
- Wir besuchen ein Preßwerk
- Börsenspiel "Musikmarkt": Marktanalysen, Verkaufsstrategien, Kosten- und Gewinnkalkulationen
- Wem gehört die Musik?
- Urheberschutz, GEMA, GVL
9 - 10 Musik und Medien
- Wir interviewen einen Rundfunkredakteur: Programmgestaltung bei Sendern
- Wir untersuchen das Angebot der Musikkanäle MTV und VIVA
- Wir analysieren einen Musik-Videospot: Musik-Bild-Verhältnis, Zielgruppen, Werbestrategien
- Wie berichtet die Zeitung über Konzerte? - Wir schreiben eine eigene Kritik
9 - 10 Musik im Film
- Vom Stummfilm zum Dolby-Ton: Geschichte des Tonfilms
- Musik ist wie das Salz in der Suppe: Psychologische Wirkungen von Musik
- Wir vertonen eine Filmszene
- Wir analysieren Wort, Musik und Bild bei einem Videoclip
- Wir produzieren selber einen Videoclip
- Wir besuchen eine Filmstudio
9 - 10 Musik in der Geschichte: Fakten, Zusammenhänge, Wirkungsgeschichte
Die Betrachtung von Musik aus dem Blickwinkel der Geschichtlichkeit heraus soll Einsicht in die Kontinuität der historischen Strukturen und Einsicht in den Wandel und die Offenheit geschichtlicher Prozesse vermitteln. Von daher versteht sich diese Unterrichtseinheit als Orientierung am Kernproblem 3 (Strukturwandel). Dabei geht es um die Bewertung und Beurteilung von Musik, um Wissensaneignung von Fakten und Zusammenhängen sowie um das Üben von Sozialkompetenzen.
- Hatten wir das nicht schon mal? - Zur Geschichte der Popmusik Geschichte
- Die Zeiten ändern sich: Requiemvertonungen in verschiedenen Epochen
- Tanz im Spiegel der Geschichte
- Wir suchen musikgeschichtliche Spuren in unserem Heimatort
- Unsere Schule hat Tradition: musikalische Traditionen an der eigenen Schule
- Das Bild eines Komponisten früher und heute
9 - 10 Erinnerung und Erwartung: Traum, Einsamkeit, Abschied, Tod
Der Traum ist eine zentralen Lebenserfahrungen, in denen der Mensch seine Sehnsüchte, seine Ängste, seine Erinnerungen und seine Erwartungen unbewußt verarbeitet. Durch Erinnerung holt sich der Mensch die Vergangenheit in die Gegenwart. Durch seine Fähigkeit, etwas zu erwarten, reflektiert er die Zukunft in der Gegenwart. Erinnerung und Erwartung sind somit wesentliche Faktoren der Herausbildung eines eigenen Lebensentwurfs (Kernproblem 5). Musik als ausgeprägte Zeitgestaltung hat sich dieser Phänomene stets angenommen. Daher gilt es, im Musikunterricht Kompetenzen wie Neugier, Offenheit und Sensibilität zu entfalten.
- Ich glaub' ich träume. - Traum und Alptraum in der Musik; z.B. R. Reiser: König von Deutschland, Berlioz: Symphonie fantastique, Supertramp: Dreamer
- Look at all the lonely people! – Einsamkeit; z.B. Beatles: Eleonor Rigby, Simon & Garfunkel: Bookends
- Wunderlicher Alter, soll ich mit dir geh'n? - Abschied und Tod; z.B. Schubert: Der Leiermann, Simon & Garfunkel: Save the life of my child, Queen: Don't try suicide, Mahler: 1. Sinfonie
9 – 10 Flucht und Zuflucht: Aussteiger, Drogen, Sekten - Sehnsucht nach Natur
Die bereits in Zusammenhang mit Unterrichtseinheiten für die 7./8. Klasse angedeuteten Identitätskrisen, unter denen Jugendliche dieser Altersstufe zu leiden haben, führen nicht selten zu einem Einverständnis mit Sackgassen extremer Lebenshaltungen. Manche Rockmusikidole leben diese exzessiven Lebensformen vor. Musikunterricht kann keine therapeutischen Aufgaben erfüllen. Vielmehr geht es darum, das distanzierende Medium Musik zu benutzen, um "stellvertretend" über die Probleme selbst zu diskutieren. Auch hier gilt die Orientierung am Kernproblem 5 (Partizipation durch Recht auf Gestaltung der eigenen Lebensverhältnisse). Sämtliche Sozialkompetenzen können durch diese Unterrichtseinheit angegangen werden.
- Aussteiger; z.B. Beatles: She's leaving home, Bronski Beat: Smalltown Boy, Hair
- Droge als Alternative? z.B. Bob Dylan: Mr. Tambourine Man, Rolling Stones: Sister Morphine, H. Grönemeyer: Alkohol
- Glaubenskrisen, Sekten; z.B. Genesis: Jesus he knows me, Rolling Stones: Sympathy for the devil, Queen: The Prophet's Song
- Schwarze Messen, Okkultismus; z.B. Dead Can Dance, Ozzy Osbourne, Gate - Die Unterirdischen (Film)
- Sehnsucht nach Natur; z.B. Schubert: Sehnsucht nach der Waldgegend, Pink Floyd: Cirrus minor, Pink Floyd: Ummagumma
- Zerbrechliche Welt; z.B. Bob Dylan: Blowin' in the wind
9 - 10 Rollen in Schule, Familie, Freundschaft und Liebe
Diese Unterrichtseinheit versteht sich als Erweiterung der unter Kernproblem 3 angesprochenen Gleichstellung zwischen den Geschlechtern. Sie geht davon aus, daß Ungleichheiten insbesondere ihre Ursachen in festgefahrenen, nicht hinterfragten Rollenzuordnungen haben. Damit weitet sich die zunächst emanzipatorisch verstandene Fragestellung zu einer kulturellen und politischen. Es liegt auf der Hand, daß in diesem Zusammenhang alle Sozialkompetenzen ins Spiel kommen.
- Reißt die Schule ein! - Schulerfahrungen in der Musik; z.B. Pink Floyd: The Wall, Chuck Berry: Schooldays
- Generationskonflikte; z.B. The Who: Quadrophenia
- Freiheit und gesellschaftliche Bindungen; z. B. Hair
- Liebe: Spiel mit verteilten Rollen? z.B. H. Grönemeyer: Was soll das?, Bizet: Carmen, Carmen Jones, H. Löwitsch: Das häßliche Mädchen
9 - 10 Scherz - Satire - Ironie - Bedeutung
Diese Unterrichtseinheit knüpft an die entsprechende der Klassenstufen 7/8 an. Humor beinhaltet sympathisches Mitfühlen. Ironie und Satire bauen dagegen auf provozierende Distanzierung. und decken Unzulänglichkeiten, Mißstände und menschliche Schwächen auf. Sie werden zum Mittel, sich von einer vertrauten, aber fremd gewordenen Welt abzusetzen. Dabei helfen sie, Selbstvertrauen und Kritikfähigkeit zu entfalten.
- Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? - Parodie und Travestie; z.B. Schubert/van Veen: Der Erlkönig
- Verkehrte Welt! - Ironie und Satire; z.B. H. Scheibner: Verkehrte Welt
- Schadenfreude ist gesund! - Spott und schwarzer Humor; z.B. M. Krüger: Wenn ein Schnitt daneben geht
9 – 10 Macht und Gewalt in und durch Musik
Machtstrukturen werden mit vielfältigen Formen der Gewalt durchgesetzt und lösen unweigerlich ebenso vielschichtige gewalttätige Reaktionen aus. Dies gilt auch für den Erfahrungsraum Schule, wo Machtstrukturen von Jugendlichen besonders hautnah erlebt werden. Gegen sie artikuliert sich in einer großen Anzahl von Rockmusikrichtungen jugendlicher Protest in Form von Aggressivität . Der Musikunterricht kann in dieser Frage weder verändern noch sollte er werten. Es geht vielmehr darum, Sensibilität für die Fragestellung zu schaffen. Hier geben sich Berührungspunkte für die Kernprobleme 1 (friedliches Zusammenleben) und 5 (Recht auf eigene Gestaltung der Lebensverhältnisse).
- Macht kaputt was euch kaputt macht - Gewalt im Lied ; z.B. Ton Steine Scherben
- Ausländerfeindlichkeit in der Musik; z.B. Oi!-Musik , R. Reiser: Alles Lüge
- Unbeschreiblich weiblich! - Die "stille" Gewalt durch Rollenfixierung; z.B. Cosa Rosa: Puppe kaputt
- Gewalt in Schule und Familie; z.B. Pink Floyd: The Wall
- Untertanengeist, Ohnmacht und Zukunftsperspektive
- Lieder zur Arbeitslosigkeit
- Musik im Nationalsozialismus - Entartete Musik
9 – 10 Lebenswelt Bühne: Das Musical (2)
In Anlehnung an die entsprechende Unterrichtseinheit für die Klassen 7/8 geht es hier v.a. um ganzheitliche Erfahrungen von ästhetisch reflektierten Lebenshaltungen, die sich mit der konkreten Lebenswelt der Jugendlichen decken. Das Musical ist die einzige Form des Musiktheaters, die diese Welt mit der Sprache der Jugend auf die Bühne bringt. Daher bietet es sich für den Musikunterricht an, Ausschnitte aus ihnen szenisch zu interpretieren. Dabei kommt ihm zugute, daß die Musik im Gegensatz zur Oper von Laien realisiert werden kann.
- Wir studieren eine Musical-Szene ein (Dialoge, Musik, Tanz, Bühnenbild); z.B. Hair; Linie 1; West Side Story
- Vergleich zweier Musicalszenen durch szenische Interpretation: Das Abendmahl; "The last supper" (Hair) - "On the willows" (Godspell)
- The Tribe; z.B. "Jet Song" (West Side Story), "Hair"
- Trennung – Abschied; z.B. "From this day on" (Brigadoon) - "Wage nur den letzten Schritt" (Phantom der Oper)
-Vergangenheitsbewältigung; z.B. "Tomorrow belongs to me" (Cabaret) - Wilmersdorfer Witwen" (Linie 1)
- Themengebundener Vergleich Musical – Passion; z.B. Jesus Christ Superstar - Matthäuspassion