Wicke, Peter / Ziegenrücker, Kai-Erik und Wieland: Handbuch der populären Musik - Rock, Pop, Jazz, World Music. CD-ROM. Schott/Direkt Media Publishing, Berlin 2004.
(aus: Klasse Musik 1/2005)

Das "Handbuch der populären Musik", erstmals 1985 unter dem Titel "Rock, Pop, Jazz, Folk" erschienen und bereits in der 6. Auflage, liegt nun in überarbeiteter Form auch als CD-ROM vor. Es reiht sich als Sonderband ein in die verdienstvolle CD-ROM-Serie der "Digitalen Bibliothek", die auch für Musikpädagogen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Nicht nur das "Brockhaus Riemann Musiklexikon" ist hier erschienen, ich profitiere in Bezug auf meine Unterrichtsvorbereitung auch ständig von anderen CD-ROMs wie die "Geschichte der Philosophie", die Bände zur Deutschen Literatur oder Kindlers Malereilexikon.
Dank dieser Neuerscheinung kann ich nunmehr auf gleicher Plattform in der Welt der Popularmusik "herumsurfen" und Querverbindungen zu den anderen CDs herstellen. Und das nahezu ohne Ende: Mit einem Register von über 2.000 Stichwörtern und mehr als 2.600 Musiker- und Gruppennamen wird das Gebiet so großflächig abgedeckt, wie ich es von keiner anderen Publikation her kenne. Hinzu kommen sehr viele Abbildungen und Hörbeispiele. Natürlich bieten heutzutage Internetrecherchen mehr Aktualität und eine noch wesentlich umfassendere Materialfülle. Doch um diese Informationsflut sinnvoll nutzen zu können, muss man schon ein Profi in Sachen Internet sein. Das bin ich als einfacher Musiklehrer nicht, und die Einarbeitungszeit fehlt mir ganz einfach.
Also greife ich zu meinem "CD-ROM-Handbuch" und kann mich sehr schnell gezielt informieren. Wie war das noch mit dem "Hard Bop", dem "Rheinländer" oder dem "Teeny Beat"? Was ist ein "Brummtopf", eine "Pandeira" oder eine "Talking Drum"? Wofür stehen die Gruppen "Gentle Giant" oder "Skeptiker"? Ein kurzer Mausklick, und schon ist eine griffige Erklärung parat.
Für den Musiklehrer kann diese CD-ROM also ein wichtiger Teil seiner Vorbereitung sein, v.a. wenn er mehr "klassisch" vorgebildet ist, und sich im Dschungel der populären Musik wenig auskennt. Zurecht heißt es im Vorwort: "Angesprochen ist damit nach wie vor sowohl der große Kreis derjenigen, die als Hörer von populärer Musik speziellere Informationen über einzelne Erscheinungsformen, über historische und ökonomische Hintergründe, über die mit ihr verbundenen Fachbegriffe, über Technik, Instrumente oder Stilrichtungen suchen, als auch diejenigen, die in Ausbildungseinrichtungen, Massenmedien oder den weit verzweigten kulturellen Institutionen des Musiklebens beruflich mit dieser Musik umgehen, sei es als Musikausübende, Programmverantwortliche und Moderatoren, im Musiklehrerberuf oder als Studierende" (Handbuch S. 4).
Wer nun allerdings ein "Who is who" der Popularmusik erwartet, muss sich getäuscht sehen. Biographien und Discographien zu den Interpreten fehlen. Das sollte hoffentlich einem nächsten Band vorbehalten sein.
Bei den Hörbeispielen wird man vergebens nach Ausschnitte aus Originaleinspielungen suchen. Die Kosten für die Urheberrechte wären für ein derartiges Projekt sicherlich astronomisch. So muss man sich mit braven, "nachempfundenen" Einspielungen begnügen.
Bei einer Neuauflage wäre eine genauere Seitenkonkordanz wünschenswert. Nicht selten verschiebt sich die Seitenangabe des Registers um ein bis zwei Seiten. Doch das ist ein vernachlässigbares Manko angesichts der enormen Ergiebigkeit dieser CD-ROM.